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Warum KI-Initiativen scheitern: Die kritische Rolle der Datenstrategie bei der digitalen Transformation

// Pimcore · KI Initativen // Lesezeit ~ 4 min // prodct [CX] · Pimcore

Künstliche Intelligenz verspricht Effizienz, Automatisierung und bessere Entscheidungen. Doch laut RAND scheitern über 80% aller KI-Projekte – doppelt so viele wie bei klassischen IT-Projekten. Die Ursache liegt selten im Algorithmus, sondern fast immer in der Datenbasis. Ohne einheitliche Datenstrategie und durchgängige Architektur entsteht kein skalierbarer Nutzen. Unternehmen, die das nicht adressieren, zahlen doppelt – mit Zeit, Geld und Vertrauen.

Wenn aus Potenzial Frust wird

Künstliche Intelligenz ist auf dem Papier längst angekommen. Strategiepapiere sind geschrieben, Budgets freigegeben, Tools ausgewählt. Doch viele Projekte enden in der Warteschleife. Der Grund ist nicht fehlende Rechenleistung oder zu komplexe Algorithmen. Es sind fragmentierte Datenlandschaften, die jede Initiative ausbremsen.

Daten liegen verteilt in Fachbereichen, Systemen und Excel-Dateien. Es fehlt eine gemeinsame Sprache, ein durchgängiges Modell, ein klarer Verantwortungsrahmen. Entscheidungen basieren auf lückenhaften oder veralteten Informationen. Personalisierung funktioniert nicht, weil Kundenstammdaten aus fünf Quellen nicht zusammenpassen. Compliance-Vorgaben wie DSGVO oder GxP lassen sich kaum einhalten, wenn niemand genau weiß, wo welche Daten liegen.

Die Zahlen dazu sind ernüchternd: Laut einer RAND-Studie auf Basis von Interviews mit 65 Data Scientists und Engineers scheitern mehr als 80% aller KI-Projekte – doppelt so viele wie bei IT-Projekten ohne KI. Und die Ursachen sind überwiegend organisatorisch, nicht technisch: unklare Problemstellung, schwache Datenfundamente, fehlende Führungsunterstützung.

Der Preis schlechter Daten

Datenchaos kostet – nicht nur in Form entgangener Innovationschancen, sondern durch ganz konkrete Verluste. Data Scientists und Analysts verbringen je nach Erhebung zwischen 45% und 80% ihrer Zeit mit dem Sammeln, Aufbereiten und Bereinigen von Daten statt mit Wertschöpfung. Verpasste Cross-Selling-Potenziale, fehlerhafte Reports, inkonsistente Produktdaten – all das sind Opportunitätskosten, die direkt auf Umsatz und Marge wirken.

Auch technologisch führt die Situation zu einer kaum sichtbaren, aber teuren Schatten-IT. Neue Applikationen werden auf Altsysteme gestapelt, Schnittstellen manuell gepflegt, Prozesse redundant umgesetzt. Das Resultat: langsamere Markteinführung, hohe Fehleranfälligkeit, steigende Betriebskosten.

Warum KI keine Abkürzung ist

Viele Unternehmen hoffen, dass KI die bestehenden Probleme irgendwie überdeckt. Doch eine schlechte Datenbasis wird durch KI nicht besser – sie wird nur schneller falsch interpretiert. Gartner beziffert das Problem deutlich: 85% der gescheiterten KI-Projekte nennen mangelnde Datenqualität als Ursache, und nur 12% der Unternehmen verfügen über Daten in ausreichender Qualität für KI-Anwendungen.

Ohne ein zentrales Datenmodell kann eine KI keine konsistenten Entscheidungen treffen. Ohne saubere Governance entstehen keine sicheren Prozesse. Und ohne klare Architektur bleiben KI-Anwendungen Inseln ohne Anschluss an das operative System. Die technische Machbarkeit ist gegeben – der geschäftliche Mehrwert bleibt aus.

Der Ausweg: Datenstrategie als Business-Enabler

Eine skalierbare Datenstrategie beginnt nicht mit Technologie, sondern mit Klarheit. Was sind die wichtigsten Prozesse? Welche Entscheidungen sollen datenbasiert getroffen werden? Welche Systeme sind beteiligt?

Daraus entsteht das Zielbild für eine zentrale, unternehmensweite Datenplattform – offen für neue Technologien, auf APIs und Microservices aufgebaut, flexibel an Geschäftsprozesse andockbar. Kritisch ist dabei nicht nur der Aufbau, sondern die Governance: Datenqualität ist keine technische Disziplin, sondern ein Führungs- und Kulturthema. Wie sich das organisatorisch verankern lässt, haben wir im Beitrag Data Stewardship als Erfolgsfaktor vertieft.

Gleichzeitig braucht es ein Change Management, das die Organisation mitnimmt. Denn eine neue Plattform nützt wenig, wenn niemand damit arbeiten kann oder will. Schulung, Enablement und neue Rollenprofile sind genauso wichtig wie der technische Stack.

Ein typisches Szenario aus der Industrie

Ein Produktionsunternehmen mit rund 1.200 Mitarbeitenden will KI-gestützte Wartungsprognosen einführen. Die Idee: Sensorik erkennt frühzeitig drohende Maschinenausfälle. Doch in der Realität liegen Maschinendaten beim Engineering, Ausfallzeiten im ERP, Prozessparameter in einzelnen CSV-Dateien auf Netzlaufwerken.

Mit einer zentralen Datenplattform wie Pimcore gelingt die Konsolidierung: Ein semantisches Datenmodell verbindet Maschinenstammdaten mit Betriebsdaten, die Plattform stellt saubere Daten über APIs für die KI-Anwendung bereit. Das Predictive-Maintenance-Modell wird nicht nur schneller produktiv, sondern liefert belastbare Ergebnisse – geringere Stillstandzeiten, planbare Wartung, reduzierte Ersatzteilkosten.

Drei konkrete Schritte in den nächsten 90 Tagen

Erstens: Standortbestimmung. Wo steht Ihre Organisation in Sachen Datenreife? Welche Systeme erzeugen kritische Daten? Wo liegen die größten Brüche?

Zweitens: Quick Wins identifizieren. Welche Prozesse profitieren kurzfristig von besserer Datenstruktur? Welche Use Cases lassen sich ohne große Umstellungen pilotieren?

Drittens: Roadmap entwickeln. Realistisch, phasenbasiert, businessgetrieben. Kein Big Bang, sondern ein evolutionärer Aufbau mit klaren Verantwortlichkeiten, messbaren KPIs und integriertem Change Management.

Fazit

Künstliche Intelligenz ist kein Add-on. Sie ist ein strategisches Werkzeug – wenn sie auf verlässliche Daten zugreifen kann. Eine skalierbare Datenstrategie ist dabei kein IT-Projekt, sondern ein Business-Enabler. Wer heute investiert, schafft die Grundlage für eine resilientere, schnellere und intelligentere Organisation. Übrigens auch lizenzseitig: Was die Pimcore-Lizenzumstellung auf POCL für Ihre Plattformentscheidung bedeutet, haben wir separat analysiert.

Sie möchten Ihre Datenstrategie bewerten oder erste Quick Wins definieren? Gerne stellen wir ein Assessment-Framework zur Verfügung und unterstützen bei der Entwicklung einer tragfähigen Roadmap.

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